Mondaterminológiák és műfajkritériumok

Ferenczi Imre: Mondaterminológiák és műfajkritériumok. In: Acta Universitatis Szegediensis : sectio ethnographica et linguistica = néprajz és nyelvtudomány = étnografiâ i azykoznanie = Volkskunde und Sprachwissenschaft, (10). pp. 5-18. (1966)

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Abstract

Die Volkssage ist ein beliebtes Gebiet der ungarischen folkloristischen Forschung. In den vergangenen Jahren hat sich das Sammeln und die Publikation der Sagentexte beschleunigt, ihre Systematisierung ist im Gange, aber es gibt noch zahlreiche Probleme, welche zu lösen sind. Eine dieser wichtigen Fragen ist die Festsetzung der genauen Bedeutung der in der Sagenforschung gebrauchten verschiedenen Terminologien. Nach dem Verfasser verursachten der Mangel im Aufzeichnen der Sagen, die Umwandlung des Volksepikums und die Ungeklärtheit der Gattungsgrundzüge die Widersprüche auf dem Gebiet der Terminologie. Im 19. Jahrhundert verwendete man in erster Linie die Bezeichnungen rege (alte Geschichte) und monda (Sage). Die Geschichten wurden von den Sammlern und Verlegern noch mehr oder minder umgestaltet. Im vergangenen Jahrhundert kamen immer mehr Terminologien in Mode. Mit der Verstärkung der folkloristischen Forschung meidete man die Bezeichnung rege (alte Geschichte). Monda (sieht: Sage), sowie deren attributive Komposita bekamen im Gebrauch Vorzug. Die auf historischem Grund beruhende Erzählung wurde mit der Terminologie történeti monda (historische Sage), die auf dem Volksglauben fussende mit babonás történet (Erzählung über einen Aberglauben) oder hiedetem-monda (sieht: Erlebnissage) oder csodálatos történet (wunderbare Geschichte) bezeichnet. Die Bezeichnungen wurden z. T. von den Forschern erschaffen, z. T. vom Volk selbst. Jüngstens wurden die Bezeichnungen visszaemlékezés (Erinnerung) oder igaz történet (wahre Geschichte) in wissenschaftlichen Kreisen gemeinkundig. Die Klarlegung der grundlegenden Züge der Volkssage leistet der genauen Sinndeutung der Terminologien Vorschub. Diese als Kriterien dienenden Charakterzüge sind: Die Mehrheit der Volkssagen stammt aus der geistigen Welt der feudalen Frongeselleschaft, beziehungsweise fusst sie auf dem Grund der christlichen religiösen Ideologie. Das ist áer gesellschaftliche und ideologische Faktor der Volkssage. Eine grosse Rolle spielt in ihnen der psychologische Faktor: die mit immer grösser werdender Stärke wirkende Hinneigung zur seltsamen, rätselhaften und wunderhaften Erscheinung, respektive zum Moment. Das zentrale Motiv der Sage kann man mühelos zu einer längeren Erzählung ergänzen, aber in vielen Fällen wird nur das Hauptmoment selbst mitgeteilt. Förmlich ist sie also durch die quantitative Instabilität gekennzeichnet. Die Anschauungsweise der Träger der Volkssage und die Qulität der als Grund der Erzählung dienenden Erinnerungen, Erlebnisse und Glaubenselemente sind verschieden: die Sage kann wahr sein, sie kann eine alte Geschichte sein, der man kann sie im Sinne eines Märchens auffassen. Die Relativität der Anschauung schwächt die eindeutige Bezeichnung der Kunstgattung. Demgegenüber kann man die pessimistische Grundtendenz als einen qualitativen Faktor betrachten. Die Macht der Natur, die Ignoranz und die gesellschaftlichen Widersprüche, also die Faktoren, welche das Schicksal des Menschen determinieren, verkörpern sich in dämonischen Figuren. Der Mensch, der mit ihnen in Berührung kommt und ihnen gegenübertritt, unterliegt im Kampfe. Die Sage benützt die mythologische Darstellungsweise: sie ist der primitive Grad der künstlerischen Vergegenwärtigung. Sie bietet die schematische Typisation von Momenten, Situationen und Personen anstatt der konkreten-abstrakten Darstellung. Ihr Grundzug ist die Personifikation und die Geneigtheit zu den Gegensätzen (klein—gross, gut—schlecht usw.). Die Volkssage ist eine einfache künstlerische Form. Bei der terminologischen Anwendung der Volkssage kann die grosse Sammelerfahrung, die Beobachtung der Haltung der Erzähler und die gründliche soziologische Kenntnis ein richtiges Zurechtfinden bieten. Man muss die Poetischen und nicht Poetischen, die Informationen mit den Charakterzügen der Sage von denen, die diese Qualität nicht haben, unterscheiden können. Die Klarlegung der Kriterien auf dem Gebiet der Kunstformen hilft uns auch in der praktischen Arbeit.

Item Type: Article
Other title: Sagenterminologien und Gattungskriterien
Journal or Publication Title: Acta Universitatis Szegediensis : sectio ethnographica et linguistica = néprajz és nyelvtudomány = étnografiâ i azykoznanie = Volkskunde und Sprachwissenschaft
Date: 1966
Volume: 10
ISSN: 0586-3716
Page Range: pp. 5-18
Language: Hungarian, German
Publisher: Szegedi Tudományegyetem Bölcsészettudományi Kara
Place of Publication: Szeged
Related URLs: http://acta.bibl.u-szeged.hu/37214/
Uncontrolled Keywords: Műfaj - irodalmi, Monda - elmélete, Monda - folklór, Folklórkutatás
Additional Information: Bibliogr. a lábjegyzetekben ; összefoglalás német nyelven
Subjects: 05. Social sciences
05. Social sciences > 05.04. Sociology
06. Humanities
06. Humanities > 06.02. Languages and Literature
Date Deposited: 2016. Oct. 15. 07:57
Last Modified: 2022. Sep. 02. 10:22
URI: http://acta.bibl.u-szeged.hu/id/eprint/3465

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